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RADSPORT
Wenn man sich im Radsport Ziele wie Radmarathons oder Straßenrennen setzt, dann
bleibt einem nur systematisches und konsequentes Training.

Doch wie ist so ein Training zu gestallten?
Um die sowieso sehr knapp zur Verfügung stehende Zeit so intensiv wie nur irgend
möglich zu nützen, ist es nötig nach einem effektiven Plan vorzugehen, der auf
allgemein anerkannten Methoden der Ausdauertrainingslehre basiert. Formaufbau
bedeutet nicht oft und viel zu fahren sobald die Saison losgeht, auch im
Breiten- und Hobbysport hat sich moderne sportwissenschaftliche
Trainings-gestaltung durchgesetzt. Die Formel "viel hilft viel" ist dem
Bestreben gewichen, das Training richtig zu dosieren, zum richtigen Zeitpunkt
die richtige Belastung zu wählen.
Doch kontrolliertes Training erfordert auch einen gewissen planerischen Aufwand,
Selbst-beobachtung sowie das regelmäßige Überprüfen des Leistungs- und
Belastbarkeitszustandes anhand medizinischer Daten sind nahezu unerlässlich.
Ausgangspunkt hierfür ist zu Saisonbeginn eine Bestands-aufnahme: per
Leistungsdiagnostik.
Sinnvolles Trainieren ist an Mindestjahreskilometerleistungen gebunden:
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Fitness |
unter |
8.000Km |
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Leistung |
bis |
20.000Km |
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Hochleistung |
ca. |
40.000Km |
Um das Training optimal gestalten zu können,
sind die im Folgenden beschriebenen Grundregeln zu beachten. Diese haben
entscheidenden Einfluss auf die physische und psychische Leistung. Die
Trainingsprinzipien wirken jedoch nur in ihrer Gesamtheit, da ihre Zusammenhänge
sehr komplex sind. |
Das Prinzip des trainingswirksamen Reizes besagt, dass ein Reiz eine bestimmte
Schwelle überschreiten muss, um überhaupt trainingswirksam zu sein. Diese
Schwelle ist jedoch von Sportler zu Sportler verschieden, je nach dem, wie gut
er bereits trainiert ist.
Um einen Leistungsanstieg zu erfahren, muss die Trainingsbelastung ständig
erhöht werden. Wird dieses Prinzip der ansteigenden Belastung nicht beachtet, so
kommt es zu einer Stagnation der Leistung. Im Radsport kann eine Erhöhung des
Trainingsreizes durch eine Steigerung der gefahrenen Kilometer oder durch eine
höhere Trainingsintensität erzielt werden. Eine weitere Möglichkeit stellt die
moderate und die sprunghafte Belastungssteigerung dar.
Das Prinzip der kontinuierlichen Belastung, also einer Abfolge von regelmäßigen
Trainingseinheiten, ist wichtig für den Trainingserfolg. Kommt es zu einem
Abbruch des Trainings, so stagniert zunächst der Leistungszuwachs, anschließend
sinkt die Leistungsfähigkeit. Dabei gehen kurzfristig erworbene Zuwächse relativ
schnell zurück, langfristig antrainierte nur langsam.
Das Prinzip der periodisierten Belastung besagt, dass sich der Sportler nicht
ständig in Hochform befinden kann. Es kommt zu einem periodischen Auf und Ab
innerhalb eines Jahres. Deshalb ist es wichtig, das Training so aufzubauen, dass
ein evt. Wettkampf in einer Hochformperiode liegt.
Auf den Erkenntnissen über die unterschiedliche Energie-beanspruchung
verschiedener Belastungsarten basiert das Prinzip der wechselnden Belastungen,
d.h., dass beispielsweise auf ein Krafttraining ein Ausdauertraining folgen
sollte, da sie unterschiedliche Energiespeicher belasten. Erfolgt dieser Wechsel
in richtigen Abständen, so ist demnach ein Mehr an Umfang und Intensität
möglich.
Das Prinzip der richtigen Belastungsfolge befasst sich direkt mit dem Inhalt
einer Trainingseinheit. So sollen am Anfang Übungen stehen, die ein hohes Maß an
Konzentration und physischer Belastbarkeit fordern. Zum Ende hin können die
Trainingsinhalte immer "monotoner" werden z.B. Grundlagentraining. |
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TAININGSBEREICHE
Ein Training zur Entwicklung
bestimmter Ausdauerfähigkeiten muss sich sich in bestimmten Trainingsbereichen
vollziehen. In der Trainingspraxis werden drei bis vier Trainingsbereiche für
die Entwicklung der Ausdauerfähigkeit voneinander abgegrenzt.
| Trainingsbereiche |
Intensität |
| KB |
Kompensationsbereich |
sehr niedrig |
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GA1 |
Grundlagenausdauer I |
niedrig
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GA2 |
Grundlagenausdauer II |
mittel
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EB |
Entwicklungsbereich
|
hoch |
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SB |
Spitzenbereich
|
sehr hoch
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KOPENSATIONSBEREICH
Dient der aktiven Erholung nach harten
Belastungen. Betont lockeres, völlig anstrengungsfreies Fahrgefühl:
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Trittfrequenz |
80-100 U/min |
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Umfang |
30-90 min |
GRUNDLAGENAUSDAUER I
Entwicklung bzw. Stabilisierung der Grundlagenausdauer. Hier werden die
Kilometer geschrubbt und die Grundlage für größere Taten gelegt:
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Trittfrequenz |
90-110 U/min |
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Umfang |
90-480 min |
GRUNDLAGENAUSDAUER II
Fordert die zeitweilige Inanspruchnahme des
aerob-anaeroben Mischstoffwechsels, wobei der Organismus eine höhere
Laktattoleranz erreicht. Es wird vorwiegend nach der wechselhaften
Dauermethode und extensiven Intervallmethode gestaltet:
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Trittfrequenz |
90-120 U/min |
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Umfang |
90-210 min |
ENTWICKLUNGSBEREICH
Findet im Übergangsbereich des Kohlenhydrat- und Fettstoff-wechsels statt
und wird als extensive Intervallmethode ins GA-Training implementiert. Die
Atmung ist intensiv, wobei Anstrengung und Kraftaufwand noch Luft nach oben
lassen. Wenn du gleichmäßig hohes Tempo fährst und die Herzfrequenz
stagniert, dann fährst du an der ANS:
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Trittfrequenz |
90-120 U/min |
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Umfang |
90-180 min |
SPITZENBEREICH
Das Training erfolgt bei wettkampfnahen Geschwindigkeiten nach der
Wiederholungsmethode:
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Trittfrequenz |
90-120 U/min |
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Umfang |
30-90 min |
Unsere Trainingszonen hängen
von der Anaeroben Schwelle (ANS) oder auch dem so genannten Laktat Threshold
(LT) ab und NICHT vom Maximalpuls. Bei der Bestimmung der Trainingszonen
über den Maximalpuls kommen nur ca. 10% der Athleten auf korrekte Werte.
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Ohne einen kostspieligen
Leistungsdiagnostiktest durchzuführen, gibt es eine gute Methode zur Bestimmung
der ANS:
Der Conconi-Test benötigt eine ebene Rundstrecke von 400 bis 800 Metern Länge.
Von der Tartanbahn im Sportstadion bis zum Großparkplatz von IKEA sind der
Phantasie keine Grenzen gesetzt. Es muss nahezu windstill sein.
Man beginnt mit einem subjektiv leichten Tempo, etwa 16 - 20 km/h, je nach
bereits vorhandenem Trainingszustand. In immer der gleichen Position fahrend
wird das Tempo jede Runde um 2 km/h gesteigert. Der Puls wird aufgezeichnet oder
alternativ nach jeder Runde abgelesen und einem Sportkameraden zugerufen und von
diesem notiert. Es wird mit einem leichten Tempo (Puls 110-120) begonnen. Der
Test ist beendet, wenn das Tempo nicht mehr über eine volle Runde gehalten
werden kann.
Die Herzfrequenz wird über der Geschwindigkeit in einem
Diagramm eingetragen. Die Werte werden durch
einen Linie verbunden und dort wo die Linie abknickt, befindet sich die ANS.
Anschließend wird der Wert für die ANS in das hierfür vorgesehene Feld
eingetragen und in Folge Trainingsbereiche werden automatisch ermittelt.
Die Tests auf der Rolle
Das Prinzip ist das gleiche!
Bei einer einfachen, gebremsten Rolle wählt man einen bestimmten, konstanten
Widerstand und steigert die Geschwindigkeit wie oben. Teure Heimtrainer messen
sowohl Geschwindigkeit als auch Leistung und haben oft eigene Programme für
Leistungstests.
Vorteile: Konstanz der Bedingungen; eigenes Fahrrad (bei gebremster Rolle).
Nachteile: Überhitzung durch Mangel an Fahrtwind, nicht zu unterschätzen, man
geht ja bis an die Leistungsgrenze. Die manuelle Einstellung des Rollwiderstands
bei gebremsten Rollen lässt sich selten exakt reproduzieren, hinzu kommt Schlupf
bei hohen Tretfrequenzen, die gemessene Geschwindigkeit hat nichts mit auf der
Straße gefahrenen Geschwindigkeiten zu tun. Insgesamt lassen sich die Ergebnisse
nicht unmittelbar auf das Training im Freien übertragen. |